Es beginnt mit der perfekten Führigkeit, bei der der Hund dem Hundeführer in jeder Gangart und in allen Wendungen an dessen linker Seite freudig folgen soll, ob an der Leine, oder in der Freifolge Der Begriff Obedience kommt aus dem Englischen und hat dort die Bedeutung von Gehorsam.
Auch die Sportart Obedience ist in England entstanden und beinhaltet ein umfangreiches Gehorsamsprogramm in verschiedenen Prüfungsstufen, die sich durch ihren Schwierigkeitsgrad unterscheiden. In Deutschland steckt Obedience noch in den Kinderschuhen, während uns andere europäische Länder und die USA wieder einmal weit voraus sind. Wir versuchen jedoch den Anschluss zu bekommen, in vielen Vereinen wird die Etablierung von Obedience nun verstärkt vorangetrieben. In unserer Region stehen die wenigen Aktiven allerdings noch sehr oft allein auf weiter Flur und müssen viel Zeit und Engagement aufwenden, um sich mit Gleichgesinnten bspw. zu einem gemeinsamen Training oder einem Erfahrungsaustausch zu treffen
Wir können nur hoffen dass diese Sportart schnell die erforderliche Akzeptanz findet und sich im Vereinsleben etabliert.
Weitere Übungen, wie bspw. das Voraussenden in eine Box und wieder zurückrufen, die Kontrolle der Positionen Sitz, Platz und Steh auf Distanz, das Apportieren eines Metallstückes, sowie die Geruchsidentifizierung eines Hölzchens zwischen div. gleichartigen Hölzern, machen diesen Sport abwechslungsreich und ausgesprochen anspruchsvoll.
In der Bewertung der Übungen wird im Obedience im Vergleich zur Unterordnung im VPG Bereich noch mehr auf korrekte Präsentation einer Übung geachtet, allerdings hat hier die triebliche Intensität nicht so einen hohen Stellenwert.
Was Obedience als Sportart attraktiv macht, ist die Tatsache, dass es mit wirklich jedem gesunden und normal sozialisierten Hund betrieben werden kann. Während Agility für extrem großrahmige und schwere Rassen eine zu große körperliche Belastung darstellt und viele Hunde aufgrund fehlender Triebanlagen für den VPG Sport nicht geeignet sind, ist Obedience eine Sportart für große und kleine Hunde, für alte Hunde und für die, die den Belastungen anderer Sportarten nicht mehr gewachsen sind. Obedience ist ein ruhiger, im Vergleich zu Agility ein beinahe bedächtiger Sport, so dass sich auch der ältere, nicht mehr so agile Hundeführer angesprochen fühlen kann.
Auch muss der Hund in der Lage sein, sich durch den Richter betasten zu lassen, ohne dass der Hundeführer dabei ist. Im Idealfall bleibt der Hund wie zu einer Salzsäule erstarrt stehen und rührt sich keinen Millimeter, zeigt sich jedoch aufmerksam und sicher. Hierzu gehört ein nervenstarker Hund mit Vertrauen in seinen Hundeführer. Der Hund sollte eine gute Sozialisation mitbringen, da es zu den Übungen gehört, dass der Hund, neben anderen Hunden sitzend oder liegend bis zu mehrere Minuten auf den Hundeführer warten muss, der sich vom Hund teilweise sogar außer Sicht entfernt.
Schutzdienst
Eine Abteilung der VPG-Prüfung ist der Schutzdienst. Die Ausbildung zum Schutzhund sollte nur mit gesunden, sozial sicheren und spielfreudigen Tieren geschehen. Dabei sollte vorher ein guter Grundgehorsam erarbeitet werden. Ein Vierbeiner, der die Schutzhundausbildung durchläuft, muss immer unter Kontrolle seines Ausbilders stehen.
Der Junghund lernt spielerisch das Jagen, Packen und Festhalten einer Beute.
Kernstück der gesamten Schutzhundausbildung ist das Suchen, Hetzen, Verbellen und Packen einer Ersatzbeute, in diesem Fall den Beißarm. Während der gesamten Ausbildung und in der Prüfung wird dem Hund immer wieder zwischen den Übungen Gehorsam abverlangt, wie auf Kommando auslassen, Transport und das Abrufen vom Helfer.
Der Schutzdiensthelfer übernimmt den Part der Beute und macht es dem Hund immer schwerer, an die begehrte Beute zu gelangen. Er stärkt den Hund in seinem Selbstbewusstsein und überlässt ihm bei gewünschtem Verhalten die Beute, die der Hund dann stolz herumtragen darf. Das gewünschte sichere Verhalten des späteren Schutzhundes ist abhängig von den Erfahrungen, die er während der Ausbildung macht. Die Arbeit in der Schutzhundausbildung sollte deshalb von ausgeglichenen, charakterfesten und verantwortungsvollen Hundesportlern geleistet werden.
Ziel des Schutzdienstes ist es nicht, Hunde gegenüber Menschen aggressiv zu stimmen. Angeborenes Verhalten wird ausgelebt und durch zuverlässigen Gehorsam abgesichert.
Turniersport
Der Turniersport ist die Sportart die an Hundeführer und Hund die größten sportlichen Anforderungen stellt. Getrennt nach Alter und Geschlecht können sich Hund und Hundeführer in den nachfolgenden Sportarten beteiligen:
- Vierkampf - Hindernislauf - Geländelauf - CSC und Shorty
(für die Fortgeschrittenen in Mannschaftssportarten)
Der Turniersport ist geeignet für große und kleine Hunde. Die gesundheitlichen Aspekte sollten bei Hund und Mensch jedoch beachtet werden, da doch einige Sprunghindernisse bewältigt werden müssen. Beim Wettkampf wird jeweils der langsamere von dem Team (Mensch oder Hund) gewertet, so dass vor allem vom Hundeführer Sportlichkeit abverlangt wird.
Der schwierigste Wettkampf ist der Vierkampf, da dort in vier Disziplinen gestartet wird. Diese vier Disziplinen sind:
Die Unterordnung - welche der Begleithundeprüfung angepasst ist
Der Hürdenlauf - wo auf ca. 50 m drei 50 cm hohe Hürden aufgestellt werden, die vom Hund parallel zum Hundeführer (welcher nebenher läuft) übersprungen werden müssen. Für heruntergerissene oder nicht besprungene Hürden, sowie für das nicht parallele Laufen gibt es Punktabzug.
Der Hindernislauf, den es auch als Einzeldisziplin gibt, besteht aus acht verschiedenen Hindernissen und wird auf einer Strecke von 75 m gelaufen. Auf dieser Strecke befinden sich eine Hürde, eine Schrägwand, ein Tunnel, ein Laufsteg, eine Tonne, ein Reifen, ein Hoch- Weit- Sprunggerät und als letztes wieder eine Hürde. Bei dieser Disziplin muss nicht parallel gelaufen werden. Wie beim Hürdenlauf werden alle Fehler mit Punktabzug bewertet.
Beim Slalomlauf müssen wie beim Hürdenlauf Hund und Hundeführer synchron die Strecke bewältigen. Nur geht es diesmal durch die im Zick-Zack- Kurs aufgestellten Tore.
Die Hürden-, Slalom- und Hindernisläufe werden jeweils zwei Mal gelaufen. Zum Schluss werden alle Punkte addiert und der jeweilige Sieger in den verschiedenen Altersklassen ermittelt. Beim Geländelauf wird der Hund generell an der Leine geführt. Die Teilnehmer starten in kurzen Abständen, um über die zu laufende Distanz von 2 oder 5 km die bestmöglichste Zeit zu erreichen. Auch hier wird der jeweilige Sieger in seiner Altersklasse ermittelt.
Hallo!!! Mein Name ist Charles. Ich bin ein stattlicher Neufundländer. Gemeinsam mit meinem Herrchen Andreas sind wir Mitglied im Hundesportverein Friedrichshagen. Nachdem wir nach etlichen Trainingseinheiten erfolgreich eine Begleithundprüfung bestanden haben, wollten wir auch weiterhin aktiv bleiben. Das Springen liegt mir nicht so und da kam mein Herrchen auf die Idee, meine Anlagen zu nutzen und fing an mich zu lehren das Futter, das ich über alles liebe (nach den „Mädels"), auf dem Feld zu suchen. Da ich sowieso gerne beim Spazierengehen mit der Nase auf Futtersuche bin, war ich sofort begeistert. Anfangs lag noch in jedem Fußtaps ein Stückchen Futter, doch bald musste ich mehrere getretene Fußstapfen verfolgen, um ein Stück Wurst zu finden. Die Abstände wurden immer länger und ich sollte mich durch nichts ablenken lassen. Jede noch so verführerische Wildspur musste ich ignorieren. Falls nicht, sprach mein Herrchen ein Machtwort und ich fand auch kein Futter mehr. Um die Sache interessanter zu machen wurden mehrere kleine Gegenstände auf die Fährte gelegt. Wenn ich diese kleinen Stückchen durch mein Hinlegen anzeigte, bekam ich ein großes Lob und besonders viel Leckeres. Es lohnte sich also für mich, diese kleinen „Dinger zu finden und anzuzeigen". Spannend finde ich auch, dass die getretene Fährte jedes Mal anders riecht. Ich kann daraus lesen was der Fährtenleger für Kleidungsstücke trägt (ob Leder, Baumwolle oder Synthetik), welches Deo er benutzt und wie stark er schwitzt und ob er Gummistiefel oder Lederschuhe trägt. Das vermischt sich zwar mit dem zertretenen Gras und dem anderen Kleingetier, aber ich kann trotzdem mit meiner feinen Nase unterscheiden, wer die Fährte getreten hat. Da sowohl mir als auch meinem Herrchen die Fährterei gefiel, konnten wir schon erfolgreich auf der FPR 1 (Fährtenhundeprüfung) und FPR 2 starten. Als nächstes wollen wir die FPR 3 in Angriff nehmen. Diese Fährte ist dann ungefähr 600 Schritte lang, hat vier rechte Winkel. Auf der Fährte liegen drei Gegenstände, die ich anzeigen soll. Das ist für mich, schon ein ganzes Stück Arbeit und vor allem verlangt es sehr große Konzentration. Die notwendige Kondition hole ich mir beim Training. Die Konzentration bei diesen Fährten ist so hoch, dass der Hund anschließend einige Zeit benötigt, um sich wieder zu erholen. Also, ich ziehe ja den Hut vor solchen Leistungen. Wenn Ihr über die anderen Sportarten in unserem Verein mehr wissen wollt, dann klickt Euch einfach mal durch. Euer Charles
Fährte
In der Fährtenarbeit lernt der Hund einer getretenen Spur zu folgen und ausgelegte Gegenstände anzuzeigen. Je nach Prüfungsstufe wird eine Fährte von unterschiedlicher Schrittzahl und Winkeln abgesucht. Hier folgt der Erfahrungsbericht eines gelehrigen „Schülers":
Unterordnung
Das Wort "Unterordnung" besagt eigentlich, dass sich unsere vierbeinigen Freunde unterordnen sollen. Das ist zwar auch so gemeint, bedeutet aber nicht, dass der Hund unser Sklave wird. Vielmehr wird ein gemeinsames Zusammenspiel angestrebt. Ist der Hund gut sozialisiert und stark motiviert, wird er als geborenes Rudeltier gerne unseren Anweisungen folgen. Schon im Welpenalter kann man mit Hilfe von „Leckerchen" dem Hund die ersten Kommandos, wie „Sitz" und „Hier" ohne Zwang beibringen. Je älter der Hund wird, um so mehr Kommandos lernt er. Das Beibringen der neuen Kommandos erfolgt stets ohne Zwang. Die Belohnung kann je nach Anlagen des Hundes Futter, Spielzeug oder einfach die Freude mit dem Hundeführer sein. Das erste Ziel einer Hundeausbildung ist die Begleithundeprüfung. Die etwa 10-minütige Prüfung beinhaltet neben dem bei „Fuß" laufen, auch das „Sitz", das „Platz" sowie das Heranrufen mit anschließendem Vorsitzen. Alle Übungen sollten schnell, sauber und freudig durchgeführt werden. Jede Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde (VPG) beinhaltet eine Unterordnung. Der Schwierigkeitsgrad wächst von der VPG 1 zur VPG 2 bis zur VPG 3. Hinzu kommen noch, Steh-, verschiedene Bringübungen und das Voraussenden. Eine gute Unterordnung ist der Grundstock für alle weiteren Sportarten wie Fährten, Turniersport und Schutzdienstsport.
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